Bürger fragen, Schütze antwortet

 

Herr Groß: Sehr geehrter Herr Schütze, Ich habe einige Fragen an Sie und zwar, was werden Sie tun um die Straßenbahnlinie 9 zu erhalten? Desweiterem ist im Ihr Wahlprogramm die Rede vom einem Stadtbus wie würde die Linienführung und Taktzeiten aussehen und würde dieser auch Wochenenden fahren? Jetzt habe ich noch einige Kritikpunkte und zwar der Schandfleck gegenüber der Rathausgalerie. Was würden Sie dagegen tun bzw. ändern wenn Sie OB werden? Außerdem ist zu lesen das Sie die Innenstadt beleben möchten, das finde ich sehr gut und hoffe das es sehr bald geschieht damit nicht noch mehr Geschäfte schließen. Wie sieht es mit dem Projekt einer Schwimmhalle aus? Wann wird Sie gebaut aus Ihrer Sicht? Als letzten Punkt was mich am meisten stört in Markkleeberg ist, dass gegenüber vom Bahnhof sich viele Alkoholsüchtige sich treffen und viel Bier trinken. Daneben ist die Haltestelle sowie die neue Bahnstation wo Touristen und Besucher die Stadt erkunden möchten und bei dem Anblick der Alkoholsüchtigen nicht schön. Was würden Sie tun wenn Sie zum OB gewählt werden? Ich hoffe ich bekomme noch rechtzeitig Antwort vor dem 22.09.2013 damit ich weiß wem ich als zukünftigen OB wähle. Vielen Dank Ihnen schon mal.

Karsten Schütze: Sehr geehrter Herr Groß, zunächst bitte ich um die Verzögerung bei der Beantwortung Ihrer Fragen um Entschuldigung. Mein Ziel ist es, jede Anfrage persönlich zu beantworten. Durch eine Vielzahl von Terminen im Wahlkampfendspurt komme ich leider erst heute dazu, Ihnen zu antworten. Linie 9/Stadtbus: Verantwortlich für den öffentlichen Personennahverkehr ist der Landkreis. Mit Fertigstellung des City-Tunnels verbessert sich das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs in Markkleeberg. Die neuen S-Bahnen werden mehr Nutzer anziehen, die direkt in die Leipziger Innenstadt oder zum Hauptbahnhof möchten. Für Markkleeberg ist es aber wichtig, dass von allen Ortsteilen aus der zentrale Umsteigepunkt am Bahnhof erreichbar ist. Dafür wird die Buslinie 108 schrittweise zu einem Stadtbus umwandelt. Die Umstellung soll Ende 2015 abgeschlossen sein. Dann haben wir endlich unsere Stadtbuslinie, die auch am Abend und am Wochenende fahren soll. Dafür müssen wir uns beim Landkreis einsetzen, denn die konkrete Entscheidung zur Finanzierung trifft der Kreis. Zum Verkehrskonzept gehört aber auch die Straßenbahnlinie 9, für deren Finanzierung ebenfalls der Landkreis Leipzig verantwortlich ist. Ich freue mich, dass sich der Landrat für den Erhalt der Linie 9 mindestens bis 2015 ausgesprochen hat. Dies gibt Gelegenheit das veränderte Fahrverhalten der Bürgerinnen und Bürger mit Inbetriebnahme des City-Tunnels näher zu analysieren. Deshalb wird es 2014 für die Linie 9 eine Fahrgastzählung und Fahrgastbefragung geben. Sollten die Fahrgastzahlen sehr stark zurückgehen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Straßenbahnlinie 9 durch einen Bus ersetzt wird. Angedacht ist für diesen Fall die Verlängerung der Buslinie 70 im Verlauf der jetzigen Straßenbahn bis zur Endhaltestelle Markkleeberg-West oder auch bis zum Cospudener See. Eine endgültige Entscheidung zum Verbleib der Linie 9 wird erst Mitte/Ende 2015 getroffen. Fläche gegenüber der Rathausgalerie: Die Rathausstraße braucht vom Rathausplatz bis zum Ring ein ganz besonderes Flair. Die Gestaltung der öffentlichen Flächen muss mit einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität einhergehen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die Entwicklung der Flächen gegenüber der Rathausgalerie und der Flächen rund um den Bahnhofsplatz im Komplex zu betrachten. Wir brauchen keine kleinteilige Bebauung, sondern ein abgestimmtes Ensemble möglicher Bauwerke im Einklang mit öffentlichen Plätzen, die zum Verweilen einladen. In diesen Prozess müssen auch Vorstellungen über Nutzungen einfließen. Neben der Schwimmhalle könnte eine Stadt- bzw. Tourist-Information ihren Platz finden. In unser Zentrum gehören aber auch endlich wieder eine Post, ein Café und vielleicht sogar ein Kino. Neue Geschäfte können die Rathausstraße attraktiver machen. Sitzmöglichkeiten, Blumenarrangements, Wasserspiele und auch künstlerische Arbeiten sollten eine anziehende Wirkung entfalten. Nach jahrelanger Lähmung auf Grund der Eigentumsverhältnisse der innerstädtischen Grundstücke, kann die Stadt als Eigentümerin nun diese Flächen entwickeln. Eine spannende Aufgabe in der Verantwortung für nachfolgende Generationen, der ich mich gern unter Beteiligung der Bürgerschaft stelle. Schwimmhalle: Der Markkleeberger Stadtrat hat am 22.09.2012 mit 18 Ja-Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen eine erneute Fördermittelbeantragung zum Bau einer Schwimmhalle für 2013 beschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 5,8 Mio. Euro. Beantragt wurden Fördermittel in Höhe von 2,8 Mio. Euro. Der Antrag wird zurzeit vom Sächsischen Innenministerium bearbeitet. Auf seiner Sitzung am 22.05.2013 hat der Stadtrat mit 17 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen erneut für den Bau einer Schwimmhalle gestimmt. Die Stadt Markkleeberg hat ihren Anteil in Form von Eigenmitteln im Haushalt fest eingeplant. Was nun noch fehlt ist die Fördermittelzusage aus Dresden. In den vergangenen zehn Jahren wurden vier Anträge auf Förderung gestellt: 2003, 2005, 2010 und 2012. Der Antrag für 2013 ist also bereits der fünfte Antrag der Stadt Markkleeberg. Der Grund für die Ablehnungen in der Vergangenheit waren immer nicht ausreichende zur Verfügung stehende Fördermittel. Im letzten Doppelhaushalt 2011/2012 des Freistaates Sachsen waren keine Fördergelder für Sportstätten eingestellt. Im aktuellen Doppelhaushalt 2013/2014 sind 27 Mio. Euro Fördergelder für Sachsen eingestellt, so dass die Hoffnung besteht, dass wir nun endlich zum Zuge kommen. Die Schwimmhalle wird dringend benötigt. Es gilt den Schwimmunterricht an den Schulen abzusichern, gesundheitsfördernde aber auch freizeit- und vereinssportliche Angebote zu realisieren. Die Markkleeberger wollen nun endlich ihre Schwimmhalle. Wir haben lange genug gewartet. Zur Situation am Bahnhof: Der Zustand ist leider nicht zufriedenstellend. Schnell entsteht der Eindruck, dass hier keine Kontrollen stattfinden. In diesem Bereich sind Ordnungsmaßnahmen allerdings nur begrenzt möglich. Lösungsansätze sind hier nur gemeinsam mit dem Sozialamt, was ebenfalls in der Sache aktiv ist, anzustreben. Eine Lösung zu versprechen ist mir hier leider nicht möglich, allerdings sage ich Ihnen zu, dass ich im Falle meiner Wahl gemeinsam mit Ordnungs- und Sozialamt eine Verbesserung der Situation anstrebe. Zudem ist im Rahmen der Neugestaltung des Stadtzentrums auch eine Umgestaltung dieses Platzes geplant. Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze

 

Frau Groß: Sehr geehrter Herr Schütze, in den vergangenen Jahren musste ich als junge Muttter zunehmend feststellen, dass weiche Drogen in unserer Stadt (gefühlt) immer verbreiteter sind. Was möchten Sie als Oberbürgermeister unternehmen, damit meine Tochter in 15 Jahren nicht selbst auf offener Straße danach gefragt wird, ob sie Marihuana kaufen will?

Karsten Schütze: Sehr geehrte Frau Groß, die Drogenproblematik vollständig zu lösen, wird mir als Oberbürgermeister sicher nicht gelingen. Allerdings haben wir in unserer Stadt ein System an Präventionsmaßnahmen, welches sich im Vergleich zu anderen Städten nicht zu verstecken braucht. Seit zwei Jahren gibt es im Rathaus eine Arbeitsgruppe zur Suchtprävention, die auf einen Stadtratsantrag der SPD-Fraktion ins Leben gerufen wurde. Hier erfolgt die Vernetzung der Akteure der Kinder- und Jugendhilfe, die in den unterschiedlichsten Einrichtungen unserer Stadt tätig sind. Diese Arbeitsgruppe organisierte bereits zwei erfolgreiche Projektwochen zur Suchtprävention für Markkleebergs Schüler. Darüber hinaus gibt es über die Jugendclubs auch eine aufsuchende Jugendarbeit, die sich um „Problemfälle“ bemüht. An den Schulen gibt es Präventionspläne mit einer Vielzahl von Maßnahmen, z. B. dem Lions-Quest-Programm „Erwachsen werden“ oder thematischen Elternabenden. Schließlich können wir der Drogenproblematik nur gemeinsam entgegentreten, das heißt in der Kooperation von Elternhaus und Schule mit Unterstützung der Stadt. Beratungen gibt es auch mit dem Ordnungsamt und der Polizei. So wird dem Stadtrat jährlich die Kriminalitätsstatistik vorgestellt, um Handlungsempfehlungen abzuleiten. Leider hat die Landesregierung im Rahmen der Polizeireform die Mittel zur Drogenprävention drastisch gekürzt. Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze

 

Frau Kutschera: Ich wohne gegenüber einer Grünanlage, die regelmäßig gepflegt wird. Was nützt aber die Pflege, wenn schon am selben Tag durch Bürger, die dort am Nachmittag und Abend lautstark dem Alkohol zusprechen, alles wieder unansehnlich gemacht wird. Leider habe ich noch nie bemerkt, daß dort der Ordnungsdienst der Stadt tätig wird. Wäre es nicht möglich den Ordnungsdienst dort öfter einzusetzen? Die Bänke der Grünanlagen sind doch eigentlich für alle gedacht?Außerdem hätte ich gern gewußt, ob es etwas zum Bau des Schwimmbades zu sagen gibt. Mit freundlichen Grüßen Renate Kutschera

Karsten Schütze: Sehr geehrte Frau Kutschera, die von Ihnen benannte Grünanlage ist mir bekannt. Der Zustand ist leider nicht zufriedenstellend. Schnell entsteht der Eindruck, dass hier keine Kontrollen stattfinden. In diesem Bereich sind Ordnungsmaßnahmen allerdings nur begrenzt möglich. Lösungsansätze sind hier nur gemeinsam mit dem Sozialamt, was ebenfalls in der Sache aktiv ist, anzustreben. Eine Lösung zu versprechen ist mir hier leider nicht möglich, allerdings sage ich Ihnen zu, dass ich im Falle meiner Wahl gemeinsam mit Ordnungs- und Sozialamt eine Verbesserung der Situation anstrebe. Zum Bau der Schwimmhalle ist zusagen, dass wir aktuell weiter auf den Fördermittelbescheid aus Dresden warten. Sobald dieser eingeht, kann es losgehen. Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht: Die Planung steht, die Eigenmittel sind eingeplant. Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze

 

Fragender: In der Seenallee zwischern Koburger Straße und Städtelner Straße sind nur Plakate des Mitbewerbers angebracht.

Karsten Schütze: Meine Plakate waren an dieser Stelle wohl sehr beliebt und sind dort verschwunden. Wir haben am letzten Wochenende an den Kreuzungsbereichen der Seenallee Plakate ergänzt.

 

Familie Barthel: Ich wohne seit gut 12 Jahren in Markkleeberg-Ost. Konkret in der Straße An der Stadtmühle. Ich habe feststellen müssen, dass die Ordnung und Sauberkeit speziell in Markkleeberg-Ost sehr nachgelassen hat. Dieser Stadtteil wird meiner Meinung nach sehr stiefmütterlich seitens der Stadtverwaltung behandelt. Ganz konkret meine ich die Sauberkeit der Straßen Krobitzsch/Stadtmühle. Wenn schon Landwirtschaft in einem Stadtgebiet betrieben wird, dann muss trotzdem eine gewisse Sauberkeit gewährleistet werden und wenn dem nicht so ist, muss die Stadt auch reagieren. Ebenso die Pferdebesitzer, die immer mehr werden. Ich habe überhaupt nichts dagegen, aber über die Abfälle, die auch auf dem Rundweg um den Markkleeberger See liegen, dagegen habe ich etwas. Genauso die vielen Hundebesitzer, die aus der Stadt zu uns kommen. Da ich selbst einen Hund habe, suche ich vergebens nach Hundetoiletten, zumindest in meinem Gebiet gibt es keinen, in Richtung Auenhain gibt es ca. 3 Stück. Auch wurde die Straße An der Stadtmühle Richtung Seenallee für den Autoverkehr gesperrt, aber der entsprechende Poller ist seit über einem Jahr defekt. Ich habe das Herrn Pietsch schon sehr oft geschrieben. Aber es tut sich nichts. Es muss erst ernsthaft etwas passieren. Auch werden die Anwohner mit der Parkerei in den Sommermonaten allein gelassen. Es sind alles keine großen Sachen, aber ich möchte in einem ordentlichen Umfeld wohnen, zumal die Mietpreise auch hoch sind. Da hört man dann: Man wohnt ja schließlich in der Natur! Meine Frage an Sie ist, ob Sie diese Problematik kennen und es für notwendig erachten, dagegen etwas zu tun. MfG

Karsten Schütze: Sehr geehrte Familie Barthel, vielen Dank für Ihre Hinweise zur Ordnung und Sauberkeit in Markkleeberg-Ost. Der von Ihnen benannte Bereich war auch Teil meines Stadtteilspazierganges. Ich werde Ihre Hinweise an das Ordnungsamt weiterleiten. In den bisherigen Gesprächen mit dem Ordnungsamt wurde mir versichert, dass die regelmäßigen Kontrollen auch das Gebiet von Markkleeberg-Ost umfassen. Die Zahl der Mitarbeiter wurde die letzten Jahre erhöht und in diesem Jahr erstmals auch durch studentische Hilfskräfte verstärkt. Das Ordnungsamt ist an sieben Tagen der Woche im Einsatz. Meine Erfahrung sagt mir, dass spezielle Hinweise zur Kontrolle im Stadtgebiet durch das Ordnungsamt schnell umgesetzt werden. Ihren Hinweis zu den fehlenden Hundetoiletten werde ich ebenfalls prüfen. Meines Wissens gibt es am Rundweg am Markkleeberger See Behälter mit Beuteln für Hundekot. Hier müsste man deren Anzahl und die Aufstellorte überprüfen. Der defekte Poller ist mir auch schon aufgefallen. Allerdings war er zwischenzeitlich auch wieder funktionstüchtig. Sollte er erneut defekt sein, muss er mit Sicherheit repariert werden. Insofern noch einmal vielen Dank für Ihre Hinweise. Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze

 

Herr Thieme: Sehr geehrter Herr Schütze, ich möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen auf diesem Wege eine Frage stellen, die sicher vielen Bürgern von Markkleeberg/Ost auf der Seele brennt: Wann wird wohl die Fußgänger/Radfahrer Brücke im Dösener Weg repariert? Seit Anfang Mai 13 wird sie lediglich regelmäßig abgesperrt, aber nichts tut sich. Ich kann Ihnen versichern, dass sie von sehr vielen Menschen genutzt wird und es durchaus nötig ist, sie wieder begehbar zu machen. Ich bitte Sie, sich als zukünftiger Oberbürgermeister von Markkleeberg dafür eizusetzen, dass diese Bauvorhaben nicht in der Versenkung verschwindet!! Für die kommende Wahl drücke ich Ihnen die Daumen! Mit freundlichen Grüßen

Karsten Schütze: Sehr geehrter Herr Thieme, der Grund für die Verzögerung liegt in der verspäteten Beschlussfassung des Haushaltes der Stadt Markkleeberg. Mittlerweile ist der Haushalt beschlossen und es sind für diese Brücke Mittel in Höhe von 120.000 Euro eingeplant. Ich gehe davon aus, dass die Instandsetzung der Brücke innerhalb des kommenden Jahres abgeschlossen sein wird. Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze

 

Familie Trinks: Ich bin Anfang 2010 mit meiner Familie von Markkleeberg-Ost nach Großstädteln gezogen. Zunächst hatte ich eine gewisse Skepsis diesem Stadtteil gegenüber. Schließlich haben wir uns dann doch dafür entschieden. Nunmehr habe ich allerdings – trotz des Projekts “Soziale Stadt” – leider oft den Eindruck, dass Großstädteln als “Randgebiet” vergessen wird (und meine frühere Skepsis damit berechtigt war). Zwei wichtige Punkte möchte ich nennen: 1. Die Grundschule. Möglicherweise löst sich das Problem in den nächsten Monaten. Da aber – dies war aus Gesprächen mit den Lehrern zu erfahren – schon oft diese Hoffnung bestand, möchte ich hier auf die Sachlage eingehen. Abgesehen davon, dass die Schule für die derzeitige Schülerzahl viel zu eng ist, ist auch ihr baulicher Zustand nicht zufriedenstellend. Insbesondere die Situation rund um die Mittagsversorgung ist katastrophal. Der “Speisekeller” ist – man muss es so sagen – einfach nur eklig. Noch schlimmer ist allerdings, dass er viel zu klein ist, sodass die Kinder keine hinreichende Zeit zum Essen haben und die Mahlzeit deshalb hektisch in sich “hineinstopfen” müssen. Zwar stehen Sanierung und Neubau schon lange auf der Tagesordnung, bisher ist aber nichts geschehen. Ich habe die Befürchtung, dass dieses Projekt nicht mit der Intensität verfolgt wird, wie es aufgrund der Situation geboten wäre. 2. Die geplante Radfahrer-/Fußgänger-Brücke an der alten Ziegelei als Verbindung zwischen Großstädteln und M-Ost. In verschiedenen Veröffentlichungen, z. B. auf einer Schautafel am Markkleeberger See oder in einer Broschüre der Stadt, die wir vor einigen Jahren erhalten hatten, ist diese Brücke eingezeichnet. Getan hat sich bislang nichts. Dabei wäre diese Verbindung durchaus eine Aufwertung unseres Stadteils und käme auch vielen (Rad-)Wanderern zugute, die sich entweder über die Seenallee quälen müssen oder aber künftig die (nicht naheliegende) Möglichkeit haben, den Umweg über Gaschwitz zu nehmen. Leider habe ich den Eindruck, dass auch dieses Projekt aufgegeben wurde. Ich hoffe und wünsche mir, dass Sie im Falle Ihrer Wahl die Entwicklung aller Stadtteile gleichermaßen voranbringen und hierzu u. a. die vorgenannten Projekte zeitnah realisieren. Freundliche Grüße

Karsten Schütze: Sehr geehrte Familie Trinks, die Entwicklung aller Stadtteile ist mir ein wichtiges Anliegen. Diese Aussage finden Sie auch in meinem Wahlprogramm. Für den Stadtteil Großstädteln gibt es in der Tat noch Entwicklungsbedarf. Die Grundschule ist die einzige Bildungseinrichtung der Stadt Markkleeberg, die noch auf ihre Sanierung wartet. Mittlerweile sind aber die Planungen weit fortgeschritten und der Fördermittelbescheid des Freistaates Sachsen ist in der Vorwoche im Markkleeberger Rathaus eingetroffen, so dass es nun endlich losgehen kann. Gleichzeitig ist geplant, die Kapazität des Hortes zu erweitern. Die von Ihnen benannte Brücke ist eine Maßnahme im Rahmen der Braunkohlensanierung. Projektträger ist hier die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). In den bisherigen Planungen zur Braunkohlensanierung waren stets beide Brücken in Gaschwitz und Großstädteln verzeichnet. Mittlerweile liegt die Brücke in Großstädteln derzeit wirklich auf „Eis“, da die von Bund und Land im Rahmen der Braunkohlensanierung bereitgestellten Mittel nicht ausreichen. Die Stadt Markkleeberg hat in der Vergangenheit stets den Bau beider Brücken gefordert. Gebaut wird nun die Brücke in Gaschwitz. Hier haben die Bauarbeiten bereits an der Brücke in der Cröbernschen Straße begonnen, die Fortführung über die B2 soll in den kommenden beiden Jahren erfolgen. Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze

 

Gerd Hoffmann: Sehr geehrter Herr Schütze, 1.Frage: Was haben, bzw. werden Sie unternehmen, dass uns Markkleebergern die traditionsreiche und sehr wichtige Straßenbahnlinie 9 erhalten bleibt? 2. Frage: Sind Ihnen das ordnungs- und sicherheitsgefährdende Verhalten eines sehr großen Teils der Radfahrer in der Stadt Markkleeberg bekannt? Die Gesetze ignorieren und andere Radfahrer massiv gefährden und behindern, indem sie, besonders im Bereich der Städtelner Str., einschließlich des Kreuzungsbereiches Seenallee, permanent auf der falschen Seite fahren, dabei auch verkehrswidrig den Kreuzungspunkt südliche Ampel an der Seenallee für die ordnungsgemäß fahrenden Radfahrer blockieren und diese behindern und gefährden. Daraufhin angesprochen wird man übelst beleidigt, beschimpft und sogar bedroht. Eigentlich wäre es ja Aufgabe der örtlichen Polizei. Aber die scheint es nicht zu interessieren. Vielleicht, weil sie keine Konfrontation mit den Bürgern möchten. Die ja vor ein paar Jahren , im Rahmen der Polizeireform, mit der Postkartenaktion, das Bestehen bleiben des Polizeireviers unterstützten. Sollten Sie Oberbürgermeister werden, werde ich besonders an diesem Thema festhalten, Sie auch daran messen. Als ehemaliger Fahrlehrer kann man an solchen Zuständen nicht vorbeisehen. Ihnen alles Gute und viel Glück.
Mit freundlichen Grüßen Gerd Hoffmann, Markkleeberg

Karsten Schütze: Sehr geehrter Herr Hoffmann, vielen Dank für Ihre Fragen, die ich sehr gern beantworte. 1. Linie 9: Die Finanzierung der Straßenbahn erfolgt über den Landkreis. Seitens des Landrates wurde mir zugesichert, dass die Linie 9 mindestens bis 2015 wie bisher verkehrt. Im Jahr 2014 findet eine umfangreiche Fahrgastzählung und –befragung statt. Dabei sollen die Auswirkungen der Inbetriebnahme des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes untersucht werden. In Abhängigkeit des Ergebnisses wird der Landkreis dann über die Zukunft der Linie 9 entscheiden. Dabei sind folgende Varianten denkbar: 1. Weiterbetrieb in der bisherigen Variante, 2. Verringerung der Taktzeiten oder 3. Einstellung der Straßenbahn. Sollte die dritte Variante greifen, ist unbedingt anzumerken, dass dann die Linie 9 durch einen Bus ersetzt wird, der mit der gleichen Taktzeit die bisherige Straßenbahnstrecke bedient. 2. Radverkehr an der Seenallee: Ihren Hinweis werde ich zum Anlass nehmen, um mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), dem Ordnungsamt und der Polizei nach einer Lösung für diesen Bereich zu suchen. Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze

 

Inka Vogel: Hallo Herr Schütze, Stadt für alle? Aber nicht für Radfahrer!!! Es gibt zwar viele Möglichkeiten eine Radtour zu unternehmen, will ich aber Erledigungen in der City machen, lebe ich sehr gefährlich. Markkleeberg ist doch eine “grüne” Stadt, da hätte man auf einige Bäume verzichten können zu Gunsten eines Radweges. Wenn die fahrradfeindlichste Stadt gesucht würde, läge Markkleeberg ganz weit vorn! Noch eine Frage: wer soll noch in die Rathausgalerie gehen, wenn Sie den Parkplatz gegenüber wieder bebauen wollen, für mehr Geschäfte stehen doch genügend Ladenlokale frei. Ohne genügend Parkmöglichkeiten werden Sie die Rathausstraße nicht beleben können. Ich hoffe, wenn Sie OBM werden, dass Sie erneuten Vorstößen des Herrn Jung (die werden sicher kommen) Markkleeberg zu “schlucken”, widerstehen können. Mit freundlichen Grüßen Inka Vogel

Karsten Schütze: Sehr geehrte Frau Vogel, als begeisterter Radfahrer beantworte ich Ihre Frage natürlich sehr gern. Unser überregionales Radwegenetz bietet beste Voraussetzungen für ausgedehnte Radtouren. Die Radwege an den Seen mit den Verbindungen in das Umland und nach Leipzig sind gut ausgebaut. Defizite gibt es in der Tat im innerstädtischen Bereich. Im Vorfeld der OBM-Wahl habe ich bereits das Gespräch zum Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) gesucht. Wir sind uns einig, dass dringend eine Radverkehrskonzeption in Auftrag gegeben werden muss. Diese Untersuchung soll Lösungsvorschläge, insbesondere für den innerstädtischen Radverkehr machen. Im Innenstadtbereich sind stets die Interessen aller Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer) zu berücksichtigen, was in der Konsequenz immer zu Kompromissen führt. Als „fahrradfeindlich“ möchte ich Markkleeberg jedoch nicht bezeichnen. Im Rathaus gibt es sogar eine Arbeitsgruppe „Radverkehr“, wo Bauvorhaben, u. a. mit den Experten des ADFC im Vorfeld einer Baumaßnahme besprochen werden. Ich denke, dass es Lösungen für den innerstädtischen Verkehr geben wird, ohne dass wir auf Bäume verzichten müssen. Zur Ihrer zweiten Frage: Der Parkplatz gegenüber der Rathausgalerie ist nur temporär. Falls dieser Platz bebaut wird, sind natürlich vom Bauherrn neue Parkplätze in ausreichender Anzahl und auf dem Grundstück einzurichten. Bisherige Überlegungen favorisieren hierfür eine Tiefgarage unter den neuen Gebäuden. Freie Ladenlokale gibt es in der Tat in Markkleeberg. Eine Einzelhandelskonzeption, die ein externes Büro im Auftrag der Stadt erstellt hat, macht hierfür gute Vorschläge. Dazu gehört auch die Fläche gegenüber der Rathausgalerie, wo die Möglichkeit besteht größere Geschäfte zu etablieren. Dort könnte ein sogenannter „Ankermieter“ einziehen, der zusätzlich Kunden anzieht. Nur dann haben die vielen kleinen Geschäfte im Umfeld eine Chance für eine bessere Entwicklung und der jetzige Leerstand könnte verschwinden. Die Konzeption macht auch konkrete Vorschläge für Branchen, die in Markkleeberg fehlen, um für eine Belebung der Rathausstraße zu sorgen. Zu Ihrer abschließenden Anmerkung: Mit mir bleibt Markkleeberg selbstständig! Mit besten Grüßen, Karsten Schütze

 

Christian Heller: Die Stadt München hat als eine der ersten Ihre IT-Infrastruktur durch “sanfte” Migration auf GNU/Linux und Libre/OpenOffice umgestellt und zwar nicht nur die Server-, sondern auch 15.000 Arbeitsplatzrechner. Bis Anfang 2012 wurden dadurch Einsparungen in Höhe von mehr als 10 Mio. Euro gegenüber einer vergleichbaren Microsoft-Lösung möglich. Was hält der zukünftige OBM davon, sich aus “Windows-Fesseln” zu befreien?

Karsten Schütze: Sehr geehrter Herr Heller, zunächst gehe ich davon aus, dass es im IT-Bereich feste Verträge mit Firmen gibt, die teilweise wiederum auf rechtlichen Grundlagen des Kommunalwesens im Freistaat Sachsen beruhen. Meine Erfahrung als Kreisrat, wo ich die Ausstattung des neuen Landkreises mit Computertechnik verfolgt habe, sagt mir, dass die Strukturen in Sachsen, hierzu zählen für mich zahlreiche Anwendersoftware-Pakete staatlicher Behörden einseitig auf Microsoft ausgerichtet sind. Problematisch ist dabei immer wieder die Kompatibilität verschiedener Programme mit anderen Betriebssystemen. In der Summe braucht es eine Komplett-Lösung, die den Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter der Verwaltung reduziert. Im Bereich der Büro-Software ließe sich sicher mit anderen Anbietern viel Geld sparen, wie Ihr Beispiel aus München zeigt. Insofern finde ich Ihren Vorschlag sehr interessant und würde eine Umsetzung, unter Beachtung der auslaufenden Verträge und unter Beachtung des sächsischen Ausschreibungsrechtes, sehr gern in Erwägung ziehen. Also, besten Dank für Ihren Vorschlag! Mit freundlichen Grüßen, Karsten Schütze